Sächsischer Heilbäderverband

Lock-Down der Kurorte jetzt beenden!

19.05.2020

Die vielfältigen Lockerungen der Pandemie-Beschränkungen lassen Sachsens Wirtschaft nach und nach wiederaufleben. Die Möglichkeit, den Betrieb, wenn auch unter Beachtung klarer Hygieneregeln, wieder aufzunehmen, war insbesondere für die Branchen Hotellerie und Gastronomie überlebenswichtig. Weiter geschlossen bleiben müssen hingegen Badeeinrichtungen und Saunen. Ein Zustand, der insbesondere Sachsens 15 Kurorte in gewaltige Schwierigkeiten bringt. Der Sächsische Heilbäderverband fordert daher in einem eindringlichen Appell Sachsens Landesregierung dazu auf, den Lock-Down der Kureinrichtungen so schnell wie möglich aufzuheben. Andernfalls, so der Verband, drohe ein Kurortesterben mit unabsehbaren Folgen für den ländlichen Raum.

„Die Gesundheitsbäder und Kurmittelhäuser sind die gesundheitstouristischen Leitbetriebe aller Kurorte“, so Prof. Karl-Ludwig Resch, Präsident des Sächsischen Heilbäderverbandes. „Die meist kombinierten Einrichtungen aus Gesundheitsbad, Sauna, Therapiebereich und Fitnesszentrum bilden den Kern des gesundheitstouristischen Lebens in jedem Kurort. Solange diese Kureinrichtungen geschlossen bleiben müssen, wird einem Gesundheitsaufenthalt im Kurort die existenzielle Grundlage entzogen und die Gäste bleiben naturgemäß aus. Dadurch ist auch den meisten anderen touristischen Unternehmen vor Ort die Möglichkeit genommen, wirtschaftlich zu arbeiten. Wir bitten daher die Landesregierung dringend darum, angesichts der positiven Entwicklung der Infektionszahlen in Sachsen, ähnlich wie bei Hotels und Restaurants, eine Wiedereröffnung der Gesundheitsbäder und Kureinrichtungen in Sachsen bereits vor Ablauf der aktuellen Corona-Schutzverordnung zu genehmigen.“

Dass in den Thermen und Kurmittelhäusern bei einer Wiederöffnung und dann im Betrieb strenge Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden, ist selbstverständlich. „Alle Kureinrichtungen erarbeiten dafür derzeit bereits wissenschaftlich unterlegte Hygienekonzepte mit umfangreichen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen. Viele Kurgesellschaften haben ihre Konzepte sogar schon fertig in der Schublade und warten nur noch auf das GO“, so Prof. Resch.

Ein Ende des Lock-Down ist aus der Sicht des Sächsischen Heilbäderverbandes und seiner Mitglieder, den Heilbädern und Kurorten, dringend geboten. Gesundheitsbäder, Kurmittelhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationskliniken und die vielen weiteren touristischen und Gesundheitseinrichtungen in den 15 Kurorten sind ein Garant tausender Arbeitsplätze. Jede vierte Übernachtung 2019 im ländlichen Raum fand in den Kurorten statt. Dazu kommt, dass die Gesundheitsbäder, meist zumindest anteilig in öffentlicher Hand-, trotz Schließung hohe laufende Kosten zu schultern haben und aktuell noch durch das derzeitige Förderraster fallen. Die absehbar gravierenden Steuerausfälle in den vom Gesundheitstourismus abhängigen Kurorten machen die Lage ebenfalls nicht leichter.

Neben der schnellen Wiederöffnung der Kureinrichtungen fordert der Heilbäderverband außerdem für die Kurorte und Kurgesellschaften die Möglichkeit, endlich auch an den bestehenden Unterstützungsprogrammen teilhaben zu können. „Dafür müssen gegebenenfalls bürokratische

 

Hürden, wie etwa das Beihilferecht vorübergehend außer Kraft gesetzt werden,“ so der Verbandschef. Auch eine dauerhafte Reduzierung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent für die Gesundheits- und Tourismusbranche würde helfen. Darüber hinaus fordern Sachsens Kurorte staatliche Ausgleichszahlungen in Höhe von 75 Prozent der entgangenen Erlöse, wie sie bereits durch die Rentenversicherung gegenüber medizinischen Dienstleistern auf Grundlage des Sozialdienstleister-Einsatzgesetzes praktiziert wird.

„Unsere Kurorte sind eine tragende Säule für die Gesundheitsvorsorge und den Tourismus im Freistaat, sowie ein überaus wichtiger Wirtschaftsfaktor im ländlichen- und teilweise strukturschwachen Raum“, bekräftigt Prof. Resch. „Sie haben außerdem in den vergangenen Jahren viel investiert. Sachsen muss daher ein dringendes Interesse haben, seine Kurorte zu erhalten. Sie haben in jedem Fall jede Hilfe verdient. Ein schnelles Ende des Lock-Down ist überfällig. Wenn selbst Fitness-Studios jetzt schon wieder öffnen dürfen und Ende Mai die Kurorte in NRW die Türen ihrer Einrichtungen wieder aufsperren, dann sollte Sachsen nicht noch länger warten.“

 

Für Rückfragen:

Helfried Böhme (Geschäftsführer Heilbäderverband), Tel. 0351 8975930 oder 0179 1280581

Edwin Seifert (meeco Communication Services, Pressearbeit), Tel. 0173 1857930

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